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Die Kontaktlinsen

Geschichte der Kontaktlinse

Historische Entwicklung von Kontaktlinsen

Erste Berichte über die Anwendung von Kontaktschalen wurden gleichzeitig, aber unabhängig voneinander, von Fick (1888), Kalt (1888) und Müller (1889) vorgelegt.
Müller war der erste, der als Medizinstudent in Kiel - im Rahmen seiner Dissertation - über geschliffene Kontaktgläser zum Ausgleich seiner eigenen hochgradigen Kurzsichtigkeit berichtete. Die aus Glas geblasenen oder geschliffenen Kontaktschalen wurden im Wesentlichen nur zu therapeutischen Zwecken verwendet - die Schalen konnten nur über zwei bis drei Stunden getragen werden.
Erst die Anwendung neuer, aus der Zahntechnik übernommener Abdruckverfahren, steigerte die Verträglichkeit der Glasschalen.

Entscheidende Fortschritte durch neue Materialien

Wegen der schwierigen Bearbeitung der Glaslinsen wurden entscheidende Fortschritte jedoch erst möglich, nachdem das Plexiglas (Polymethylmethacrylat, PMMA) 1933 erfunden und von der Kontaktlinsenforschung entdeckt worden war. Nach erneueter Veränderung der Abdrucktechnik ließ sich mit Skleral-Linsen aus PMMA eine teilweise, aber durchaus gute Verträglichkeit erreichen (Dallos 1933, Györffy 1939).
Auch heute noch werden Skleral-Linsen bei bestimmten Indikationen (Keratokonus) erfolgreich eingesetzt (Geyer 1977).
Eine weite Verbreitung fanden PMMA-Linsen jedoch erst durch eine Entwicklung, die H. Wöhlk 1946 in Kiel und der in Kalifornien lebende Ire K. Tuohy 1947 einleiteten. Beide verzichteten auf eine sklerale Auflagefläche der Linsen, den haptischen Teil, und entwickelten eine nur auf der Hornhaut schwimmende kleine "präkorneale" Linse aus PMMA.

Die ersten weichen Linsen

Entscheidende neue Anregungen, die eine ganz neue Ära der Kontaktologie einleiten sollten, kamen Ende 1950 aus der Tschechoslowakei.
Wichterli, Lim und Dreifus berichteten über günstige Eigenschaften neu entwickelter hydrophiler Poly-Methacrylate (Poly-Hydroxyethylmethacrylat, PHEMA). Diese neuen weichen Linsen waren im Vergleich zu harten subjektiv ungleich verträglicher, sie sollten Vorläufer mehrerer Generationen weicher Kontaktlinsen werden.
In den letzten Jahren hat eine stürmische Entwicklung auf dem Gebiet der Kontaktlinsenforschung eingesetzt. Die Verträglichkeit hydrophiler Linsen wurde schrittweise weiter verbessert. Durch eine geringe Vernetzung innerhalb des PHEMA und teils auch durch Einführung von Polyvinylpyrrolidon (PVP) in das Polymere, konnte der Wassergehalt der Linsen dem der Hornhaut angeglichen werden. Hydrophile PHEMA-Linsen erreichten dadurch eine wesentlich verbesserte Langzeitverträglichkeit bei therapeutischer Anwendung.

1970: Erste Linsen aus Silikonkautschuk

Anfang 1970 begann zunächst experimentell die Erprobung neuer Kontaktlinsen aus hydrophobem, nur an der Oberfläche hydrophilisierten, Silikonkautschuk. Die hohe Gaspermeabilität dieser ab 1976 auch klinisch zunehmend eingesetzten Linsen erlaubte eine exzellente Sauerstoffversorgung der Hornhaut unter der Kontaktlinse. Das mittelweiche, elastische Material hat heute bereits als "Verbandlinse" und als optische Korrektion die therapeutischen Möglichkeiten in der Ophthalmologie wesentlich erweitert, aber auch neue Schwierigkeiten hervorgerufen.
In jüngster Zeit hat sich darüber hinaus die Langzeitverträglichkeit auch harter Kontaktlinsen durch Verwendung neuer Materialien aus Copolymeren, aus PMMA und Siloxanyl- und Perfluoralkylmethacrylaten deutlich steigern lassen. Ab dem Jahr 2000 kamen auch die Silikonhydrogelmaterialien auf den Markt. Als Kontaktlinsenmaterialien eingesetzt vereinen sie das "Hydrogel-Feeling" am Auge und die gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut durch den relativ hohen Permeabilitätskoeffizienten.

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